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Fogerty, John - Centerfield (25th Anniversary Deluxe Version)

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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Ganze zehn Jahre lang ließ John Fogerty seine raue Stimme ruhen. 1985 dann, sein großes Comeback: "Centerfield". Es war damals natürlich ein Hit. Wenngleich Fogerty nur mit einigen Songs an seine früheren CCR-Glanztaten anknüpfen konnte. Das Album war vor allem ein persönlicher Befreiungsschlag für den grandiosen Shouter, Songschreiber und Gitarristen. Denn seine Pause war - irgendwelchen Platten-Verträgen geschuldet - eine regelrechte Zwangspause. Okay, soviel zur Musikgeschichte.

Dass das Album durchaus Teil dieser Musikgeschichte ist, wird jetzt in der Neuauflage deutlich: "Centerfield - 25 Years". Klangtechnisch aufgebügelt von Master-Guru Bob Ludwig, nettes Booklet mit Begleittexten, Songtexten und ein paar hübschen Bildern und mit zwei Bonus-Tracks versehen. Fertig ist das Geburtstags-CD-Geschenk. Für alle, die von diesem Album bisher noch keine Notiz genommen haben - soll es geben - hier ein paar Anmerkungen. So viel vorweg: Es ist eine gute CD, sehr bluesig, sehr rockig, auch mit einigen Country-Essenzen versehen. Ein Meilenstein, musikalisch betrachtet, ist "Centerfield" aber keineswegs.

Wer den Opener "The Old Man Down The Road" hört, könnte das aber sofort denken: Ein klasse Song. Sehr blues-lastig, sehr aggressiv. So, genau so, klangen Credence Clearwater Revival, kurz CCR, zu ihren besten Zeiten. Klar, dass dieser Track für Fogerty zum Hit wurde. Auch die nächsten Titel haben Charme und Chuzpe: Der gut aufgelegte, mit Evergreen-tauglichen Harmonien versehene Rock 'n' Roll von "Rock And Roll Girls". Die countrylastige Verbeugung vor King-Elvis in "Big Train (From Memphis)". Die in bluesige, etwas brave Töne gegossene Medienkritik von "I Saw It On TV". Und auch der an eine gepimpte Version von "Suzi Q" erinnernde Gitarren-Rocker "Mr. Greed". So weit, so gut ...

Ab Song Nummer sechs, "Searchlight", hat John Fogerty aber wohl etwas die Orientierung im Centerfield verloren. Der Rhythm & Blues-Track ist ganz okay, kommt aber irgendwie nicht in die Puschen. Vor allem klingt er nach Vorgestern. Schuld daran sind die damals angesagten E-Drums. Schlagzeuger Warren Strom hatte offenbar größten Spaß daran, regelmäßig über die elektronischen Toms zu wirbeln. Das macht er freilich gut - klingt aber dummerweise so steril wie das Handwerkszeug eines Chirurgen. Ja, man sollte nicht jede Mode mitmachen ...
Und schon gar nicht so ausgiebig. Denn diese elektronischen Drums geben auch in den nachfolgenden Tracks meist den Rhythmus vor. Leidtragende sind der diskret an "La Bamba" erinnernde Titeltrack, der Rock 'n' Roller "I Can't Help Myself" und das, man höre und staune, das mit Welt- und Latin-Klängen an Santana gemahnende "Vanz Kant Danz".

Als Bonus-Tracks hat John Fogerty, Arrangeur, Produzent und Interpret in Personalunion, damalige B-Seiten drauf gepackt: "My Toot Toot", ein schlagerähnlicher Foxtrott, mit dem auch Denise La Salle einen Hit landete. Und den bluesigen Gospel von "I Confess", den er mit der Studio-Elite von Los Angeles einspielte. Ein E-Drum-Set war zum Glück nicht aufgebaut.

Fazit: Wo Fogerty drauf steht, ist raukehliger Blues, Rock und Country drin. Das war vor 25 Jahren so, das gilt auch für die Neuauflage von "Centerfield". Gut, aber nicht gerade seine Meisterstück.

 

Label: Geffen (Universal) VÖ: 23. Juli 2010

  • Titelliste CD

  • Links


01 The Old Man Down The Road 07 Centerfield
02 Rock And Roll Girls 08 I Can't Help Myself
03 Big Train (From Memphis) 09 Vanz Kant Danz
04 I Saw It On TV 10 My Toot Toot
05 Mr. Greed 11 I Confess
06 Searchlight    


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